Hofnarr?

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Hofnarren im Mittelalter und früher Neuzeit

Narren fanden sich sowohl im ritterlichen Gesinde als auch an Fürstenhöfen. Im französischen Schachspiel hat der Narr („Fou“) gar die Rolle des Läufers im deutschen Schach. Für die dort tätigen Hofnarren galt die Narrenfreiheit, die es ihnen ermöglichte, ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Auch die Parodierung von Adeligen war den Hofnarren erlaubt.

Das Hofnarrentum war eine ideengeschichtlich klar begründete Institution, die fast immer ein fester Bestandteil des Hofstaates war. Die Hofnarren als „Offizianten“ (in einem festen höfischen Amt) sollten ursprünglich ihren Herrn nicht belustigen, sondern ihn als ernste Figur ständig daran erinnern, dass auch er der Sünde verfallen könne und in religiöser Deutung seinem Herren als Erinnerer an die Vergänglichkeit seines menschliches Dasein dienen. Sie waren also eine soziale Institution zulässiger Kritik. Ihre gesonderte Stellung und somit keine Bindung an gesellschaftliche Normen gab dem Narren die Möglichkeit auf einen besonders großen Handlungsfreiraum – da alles, was er sagte, aufgrund seiner „Narrheit“ nicht ernst genommen wurde. Darauf begründet sich der heute noch viel verwendete Begriff der „Narrenfreiheit“.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Narr#Hofnarren_im_Mittelalter_und_fr.C3.BCher_Neuzeit

Ich denke,…

…dass der Vertrauensvorschuss und die Umfrage- und Wahlergebnisse, die wir PIRATEN  im vergangenen Jahr erhalten haben auf einer vergleichbaren öffentlichen Wahrnehmung beruhten. Wir wurden nicht ganz ernst genommen, konnten aber so jenseits realistischer Machtoptionen und unbelastet von einer Verantwortung für die Altlasten den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft legen.

Jeder Versuch in dem System ernsthaft mitzumischen, wird dagegen vermutlich als unrealistisch und als Anpassung an das System empfunden, für die wir gerade nicht gewählt wurden und trifft eher auf Unverständnis. Von uns erwartet man, das kleine Kind zu sein, das darauf hinweist, dass der Kaiser nackt ist.

Das würde dann auch die sinkenden Umfragewerte  nach der NRW-Wahl erklären. Niemand möchte, dass wir mit verantworten wo es lang geht, sondern lediglich als moralische Instanz das anprangern, was schief läuft. Dafür ist man bereit, den ein oder anderen Fauxpas zu verzeihen (wenn nicht sogar als addon geradezu zu erwarten).

Vielleicht ist der öffentlichen Druck, den wir so als „Stimme der Menschen von der Straße“ auf die Politik ausüben, auch erst das, was es den etablierten Parteien erlaubt, aus verkrusteten parteipolitischen Ritualen auszubrechen und Probleme anzupacken, die bisher vernachlässigt wurden.

Wenn wir uns aber instrumentalisieren lassen und versuchen uns selbst zu domestizieren – in der Hoffnung auf Erfolge, die wir uns selbst an die Brust heften können und so ernst genommen zu werden, dann werden wir nicht unserem Wählerauftrag gerecht und verspielen unsere Chance, das Zünglein an der Waage zu sein.

Ich empfinde die Rolle des Hofnarren nicht als undankbar und denke, dass es den PIRATEN gut zu Gesicht stünde, diese Rolle dankbar anzunehmen.

Dann bin ich sicher, dass wir auch die Wählergunst zurückgewinnen!

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