ÜberfÖrderung?

Categories: Uncategorized
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: Mai 31, 2013

 

In der SonnTAZ am 2. Juni wird diskutiert, ob wir unsere Kinder überfÖrdern.
Nachdem ich die Stellungnahme meines Chefs – der als familienpolitischer Sprecher der Piratenfraktion dazu explizit angefragt wurde – gelesen hatte, musste ich feststellen, dass ich in der Argumentation zur Beantwortung der Fragestellung andere Schwerpunkte sehe als er – auch wenn wir uns in den schlussendlichen Forderungen einig sind. Bei dem ursprünglichen Versuch auf max. 900 Zeichen gemeinsam etwas zu erarbeiten, entsprang meiner Feder die folgende – etwas längere Fassung, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Nun … ich bin dreifacher Familienvater 

(hier ist Daniel gemeint – mir fehlt dazu noch ein Kind ;-))

und weiß, dass die Bedürfnisse der Kinder unterschiedlich sind. Das Problem liegt nicht in einer Überförderung, sondern darin, dass hier ein Leistungsmaßstab angelegt wird. Es gibt keine Überförderung, sondern lediglich eine Überforderung. Es darf beim Lernen aber nicht um Leistung, sondern um die Erfüllung der individuellen Bedürfnisse der Kinder gehen. Kinder wollen Lernen! Kindgerechte Bildung funktioniert da genauso wie Ernährung: der Hunger ist bei allen Kindern vorhanden – nur der Appetit ist unterschiedlich groß und auch die „Futterverwertung“ fällt unterschiedlich aus. Auch hier kommt es nicht nur auf die Menge an, sondern erheblich auf die Qualität. Das reine Mästen bringt hier gar nichts! Überfüttern raubt den Kindern dabei ebenso Energie, wie ein nicht gestillter Hunger. Unterforderung ist hier ebenso problematisch, wie eine Überforderung. Eine Polarisierung zwischen zuviel oder zuwenig ist hier nicht zielführend. Tatsächlich geht es um begabungsgerechte Förderung, die ein Kind nicht unter Leistungsmaßstäben bewertet. Ebenfalls schädlich ist aber auch einseitige Ernährung. Wenn man Kindern aber ein breit gefächertes Bildungsbuffet anbietet, werden sie sich daran bedienen, wie es ihrem persönlichen Lernhunger entspricht. Nur durch ein qualitativ hochwertiges Angebot kann man sicherstellen, dass Kinder gut und gerne lernen und ihre besonderen Fähigkeiten und Talente entdecken können.

Dazu gehören quantitativ und qualititativ gute Standards schon in Kindertageseinrichtungen. Kinder  müssen individuell gefördert werden, der schulische Leistungsdruck muss genommen werden. Nur so können sich Kinder und Jugendliche ihren Begabungen entsprechend entwickeln ohne den Spaß am Lernen zu verlieren.
Individuelle Förderung fängt für mich aber nicht erst im Kindergarten oder in der Schule an, sondern – sebstverständlich –  bereits im Elternhaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Welcome , today is Montag, November 20, 2017