What’s wrong with you, PIRATEN? – (fast) NIX!

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Published on: September 24, 2013

Die CDU hat die Wahl gewonnen.
Während die AfD beinahe aufgestiegen wäre, sind die PIRATEN grandios gescheitert.
Und die FDP ist der Verlierer schlechthin.

Allerortens wird nun versucht das Ergebnis zu bewerten und zu analysieren, aber ist die Wortwahl wirklich geeignet? Muss man von Siegern auf der einen und Verlierern auf der anderen Seite sprechen, als ginge es um ein Sportevent?
Zumindest seitens der PIRATEN sollten wir das sein lassen!
Wir sind doch diejenigen, die sich gegen die Einordnung nach politischen Himmelsrichtungen wehren.
Wir stehen doch für Sachpolitik (gerne auch mit wechselnden Mehrheiten).
Wir stehen doch für Inhalte statt Blockdenken.
Es geht hier nicht um DIE haben gewonnen und DIE/WIR haben verloren.
Würden wir das Wahlergebnis so betrachten, dann machten wir dieselben Fehler, die wir der 1.0-Politik vorwerfen.

Für eine ehrliche und zielführende Analyse dürfen wir dieses Wahlergebnisses nicht durch unsere eigene parteipolitische Brille betrachten.
In erster Linie ist das Votum der Wähler Ausdruck ihrer Wünsche und Bedürfnisse.
Die Menschen wählen allerdings kaum informiert und rational abwägend.
Sie wählen oft das Image und nicht den Inhalt.

Das bedeutet, dass wir uns ansehen müssen, wofür die gewählten oder abgewählten Parteien für Nicht-Piraten stehen und welche Wünsche sie bedient haben.

Nach den Gesprächen an den Infoständen und beim Flyern sehe ich bei Menschen,
die uns skeptisch gegenüberstanden vor allem die folgenden Motive:

– Ich habe Angst vor (unberechenbarer) Veränderung.

– Ich wünsche mir den früheren Wohlstand zurück und will mich zumindest nicht verschlechtern.

– Ich brauche charismatische Leitfiguren.

– Ich möchte nicht zu den Verlierern gehören. (= Konzentration auf die größeren Parteien > die Kleineren sind mit knapp 16% nicht parlamentarisch vertreten)

– Ich will oder kann mich nicht näher mit politischen Inhalten auseinandersetzen.
(= Je oberflächlicher der Wahlkampf einer Partei, desto erfolgreicher)

– Ich bin unzufrieden mit der Situation, aber es gibt keine einheitliche Gegenbewegung.
(= 29,5% Nichtwähler, 15,8% nicht über 5%-Hürde und knapp 43% für die ehemalige Opposition)

Gewählt worden sind WIR praktisch nur von den ohnehin Überzeugten.

Das was bei dieser Wahl offensichtlich nachgefragt war, hatten wir so nicht zu bieten.

Darüber hinaus gilt sicher auch:

Ja – Identifikationsfiguren und charismatische Persönlichkeiten, die unsere Ziele repräsentieren, fehlen uns und sollten wir suchen – aber sorgfältig!

Ja – auch unsere internen Strukturen sollten wir verbessern um effektiver arbeiten zu können – aber behutsam!

Ja – unsere Außendarstellung und die Vermittlung unserer (Kern-)Ziele können wir noch optimieren – aber mit Bedacht!

Aber:
Wir dürfen jetzt nicht unsere Glaubwürdigkeit verspielen, indem wir mit Populismus, hierarchischen Strukturen und medialer Anbiederung den Anderen hinterher laufen.
Die Wahlen sind vorbei!
Unsere Kritikpunkte sind allerdings nach wie vor berechtigt und unsere Konzepte sind weiterhin überzeugend! Wir dürfen jetzt nicht der Versuchung erliegen, unseren Überzeugungen untreu zu werden, weil uns nicht der erhoffte Erfolg beschieden war!

Ich bin überzeugt, dass die kommende Zeit unseren Themen Auftrieb geben wird.
Mit den jetzt gewählten Parteien an der Macht wird der Schmerz steigen. Schon jetzt merkt man Unmut aufkommen, weil so viele Wählerstimmen unberücksichtigt blieben.
Die Koalitionsverträge dürften sicher auch viel interessanten Diskussionsstoff bieten.
Ich bin  auf jeden Fall gespannt, welche Wahlversprechen als erstes über Bord gehen.

Und dann braucht es genau diese PIRATEN, die für

Transparenz
  Mitbestimmung
    Datenschutz
      Informationsfreiheit
        Teilhabe
und    Toleranz

stehen! 

Auch wenn die Schuld des mageren Wahlergebnisses jetzt all unseren größeren oder kleineren Verfehlungen angelastet wird >
das Hauptproblem sehe ich einfach darin, dass die Notwendigkeit zum Politikwechsel noch nicht bei den Menschen angekommen ist.

Deshalb: Finetuning ist erlaubt und notwendig – aber bitte keine Überreaktionen!

So, weitermachen!

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